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Leserbriefe

Hier sind verschiedene Leserbriefe zum Thema B 50 neu. Wegen der großen Anzahl veröffentlichen wir auf dieser Seite nur noch die aktuellsten Leserbriefe, alle anderen gibt es aber nach wie vor im Leserbrief-Archiv (261 KB).

Auf folgender Seite kann man einen Leserbrief an den Trierischen Volksfreund schicken.


*

Unseriöse Prognosen

Zum Artikel "Moselfahrt aus Brückenkummer"

Es gibt, den Hochmoselübergang betreffend, nicht nur ein politisches Ja oder Nein. Es gibt Kompromissmöglichkeiten. Pro-Mosel hat eine Alternative entwickelt, bei der das meiste des bisher Gebauten genutzt und die Orte an der B 50 ebenfalls vom Verkehr entlastet werden könnten. Das alles wäre für den Eifel-Hunsrück-Pendler auch mit einem Fahrtzeitvorteil verbunden.
Nachdem das Verkehrsministerium schon angeordnet hat, dass die A 60 wegen fehlenden Verkehrs nicht auf vier Spuren erweitert wird, wird es nach Prüfung der Verkehrsprognosen für die Hochbrücke schnell zu der Erkenntnis kommen, dass da etwas nicht stimmen kann. An der belgischen Grenze wurden zuletzt 6258 Fahrzeuge pro Tag gezählt. Die prognostizierte Vervierfachung in der Eifel bis zum Hochmoselübergang auf 25 000 Fahrzeuge pro Tag ist anzuzweifeln. Diese Zahl basiert überwiegend auf Traumzahlen des Ex-Investors auf dem Hahn. Diese Prognosemethode ist unseriös.
Zum anderen braucht man laut Straßenbauern (BSVI) selbst für 25 000 Fahrzeuge pro Tag nur drei und nicht ungleich teurere vier Fahrspuren plus zwei Standspuren. Auch die Kommunalparlamente, die mehrheitlich, aber unfundiert für eine durchgängige Vierspurigkeit stimm(t)en, sollten sich objektiv informieren und dann - im Sinne von uns Steuerzahlern - neu justieren. Nicht das ungeprüfte Nachposaunen von Parteiparolen, sondern der eigene Verstand ist jetzt gefragt. Das täte unserer Demokratie, der Sache, dem Geldbeutel und der Stimmung gut, wenn man sich sachlich informieren würde.
Ich stelle die Zahlen, die nicht so leicht erhältlich sind, gerne - auch mit Quellenangabe - zur Verfügung.

Dr. Elisabeth Reis
Zeltingen-Rachtig
2. Vorsitzende Pro-Mosel


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Verrat aller besseren Einsichten

Zum Artikel "Brückenbau bleibt umstritten"

Brücken sind beeindruckende Bauwerke und schöne Symbole: Sie überwinden natürliche Grenzen, verbinden, wo Landschaftsprofile Trennungen darstellen. Der geplante Hochmoselübergang jedoch pervertiert den schönen Symbolwert einer Brücke: Über Kilometer sichtbar, zerstört er die Idylle einer uralten Kulturregion und zerschneidet in seiner vierspurigen Fortführung unberührte Landschaftsbilder in Eifel und Hunsrück.
Jesus sagte: "Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele?" (Mk 8,36) Die Seele ist in der Bibel auch ein Bild für existenzielle Erfahrungen, für grundlegendes Wissen, für unumstößliche Wahrheiten. Sie zu verraten, fügt dem Leben Schaden zu.
Meiner Ansicht nach ist die geplante Brücke ein Verrat aller besseren Einsichten. Denn solide Ökonomen wissen längst, dass das Geheimnis wirtschaftlichen Auskommens nicht in fortdauernder gigantischer Steigerung zu finden ist, sondern in einem sorgsamen Ausgleich ökologischer, kultureller und sozialer Interessen. Dazu ist es manchmal notwendig, auf das technisch Machbare zu verzichten.
Den Weg in die Zukunft soll der geplante Hochmoselübergang weisen. Doch langfristig wird die Region nicht von ihm profitieren. Im Gegenteil. Er drückt unserer Moselregion dauerhaft den Stempel einer rückständigen Provinz auf. Denn die Baupläne verstoßen gegen alle moderne ökologische Verantwortung und gegen alle ökonomische Wertachtung.

Pfarrer Jörg-Walter Henrich
Evangelische Kirchengemeinde Traben-Trarbach


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Zum Kommentar "Ein später Bärendienst" über den Protest gegen den Hochmoselübergang

Ein besseres Marketing als den Protest in Berlin hat es für die Mosel und deren Weine wohl nie gegeben. Drei weltbekannte Weinexperten lobten die Mosel-Rieslinge sowie die einzigartige Landschaft in den höchsten Tänen vor versammelter nationaler und internationaler Presse. All das flankiert vom Sternekoch, von Sommeliers, Winzern und Moselanern. Politiker, nicht nur von den Grünen, sondern auch Konservative, waren vertreten. Der Spiegel, die Welt, die Süddeutsche Zeitung, die Zeit, die Deutsche Welle lauschten den Weinpäpsten genau wie die internationalen Medien. Viele Leute werden bald ihre Reise wegen unserer Aktivitäten an die Mosel planen und unsere Weine probieren. Dass diese Landschaft zerstärt werden soll, dafür kännen wir nichts. Wir versuchen unter großem persänlichen Einsatz, die Weltkulturschande zu verhindern.
Es ist Rheinland-Pfalz, das der Mosel einen Bärendienst erweisen will. Die Rollen werden in dem Beitrag vertauscht. Auch wenn nur ein Stück der Mosel verunstaltet würde, es wäre ein symbolisches. Denn es ist das Herz der Mittelmosel, das brutal durchstochen würde. Der Berliner Tagesspiegel titelte "Weine, Mosel weine" und traf damit die Gefühle vieler Menschen. Eine Jahrtausende alte Kulturlandschaft sollte wie ein Schatz gehütet und nicht wie Dreck behandelt werden.
So wie Kennedy Berliner war, waren nachher alle im Raum Moselaner. Und so werden viele Menschen von der Unter- und Obermosel sich solidarisch fühlen. Sich zu distanzieren hieße, das wahre kulturelle Problem dahinter nicht wahrzunehmen. Ist es zu spät? Petitionen werden im Bundestag nur veräffentlicht, wenn nicht von vorneherein klar ist, dass sie scheitern werden. Unsere Petition wurde angenommen und kann im Bundestagsforum mitgezeichnet werden. Es besteht also Hoffnung.

Elisabeth Reis
Zeltingen-Rachtig


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Zum Widerstand gegen den Bau des Hochmoselübergangs und dem Kommentar "Später Bärendienst"

Es ist schon komisch, wenn an anderen Stellen bestimmtes Artenvorkommen ein Vorhaben stoppt, hier jedoch nicht. Auch kann man die Folgen dieses Baus nicht nur an den Pfeilern festmachen, sondern muss sich die gesamte Landschaftszerstärung vor Ort ansehen! Ja, das Projekt ist seit Jahrzehnten geplant, aber genau ebenso lange dauert schon der Protest dagegen, nur nicht in dieser Form und äffentlichkeitsmobilisierung! Der Sohn unserer Nachbarin hat schon vor 30 Jahren dagegen protestiert! Und die Brücke überspannt die Mosel gerade an einer ihrer schänsten Stellen und in einer unmäglichen Länge!
Die Brücke stellt keinen Zeitgewinn für den Verkehr dar und ist ein Kostenfaktor ungeheuren Ausmaßes! Aus diesem Grunde ließ sich dafür auch keine Privatfinanzierung organisieren.
Aber das Bauwerk scheint wohl als weiteres Denkmal gebraucht zu werden - obwohl wir schon eines haben - und wird deshalb nun äffentlich finanziert. Und wenn es da mittlerweile nicht mehr bewirtschaftete Weinberge gibt, warum wohl? Ihnen scheint da entgangen zu sein, dass durch Aufkäufe Fakten geschaffen wurden, die nun als Argument für die Brücke herhalten sollen!

Reiner Josko
Kräv-Kävenig


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7 Leserbriefe zum Thema

Elisabeth Reis, Mana Binz, Patrick Wagner, Heide Weidemann, Helmut Körlings, Georg Laska


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Wir werden für dumm verkauft

Zur Debatte über den Hochmoselübergang meint diese Leserin:

Von Minister Hering und Vertretung wurden während einer Radiosendung Hoffnungen geweckt: unter anderem Arbeitsplatzgewinne, Verkehrsberuhigungen sowie eine europäische Bedeutung, wenn der Hochmoselübergang käme.
Tatsächlich liegt den Herren eine Analyse des Geographen Herrig vor: Die Zeitersparnis in der Region Brüssel/Lüttich, Rheinland-Pfalz und Rhein-Main mit A 60/B 50 neu liegt demnach bei durchschnittlich drei Minuten! Zusammen mit weiteren Faktoren bewirkt die geringe Zeitersparnis, dass nur mit wenigen Unternehmensansiedlungen und geringer Verkehrsberuhigung zu rechnen ist. Von Brüssel/Lüttich werden keine Zeitgewinne in das Rhein-Main Gebiet erzielt (Europäische Bedeutung?). Herrig: "Somit kann hinsichtlich der Erreichbarkeitseffekte ... und unter Beachtung der ... starken naturräumlichen Eingriffe ... der Bau nicht befürwortet werden." Diese Stellungnahme fand Eingang in den Bundesverkehrswegeplan! Zur Krönung der falschen Fakten meinte Dr. Kaufmann: Von Trier ins Rhein-Main Gebiet spare man 30 Minuten. Mit dem Routenplaner und Wissen über Verlauf und Länge des Übergangs (25 Kilometer) kann jeder prüfen, dass man drei Minuten langsamer wäre.
Unsere Landrätin verwies auf den hohen Anteil an Niederländern im Tourismus und suggeriert damit, diese kämen dann schneller zur Mosel. Jeder Ortskundige weiß, dass Niederländer in Wittlich von der A 1 abfahren und in sieben Minuten an der Mosel sind.
Belebend war die Bemerkung von Dr. Loosen, wenn diese schneller sein wollten, müssten sie wohl von der Brücke springen. Ich ergänze aufgrund meiner Berechnungen: Wer mit seinem PKW von Bernkastel, Graach, Zeltingen, Ürzig, Wolf, Kinheim oder Traben-Trabach schneller ins Rhein-Main Gebiet, nach Trier, Koblenz oder Belgien kommen will, braucht ein Hüpfauto: Sprunghöhe: 160 Meter.
Fazit: Wir werden für dumm verkauft.

Elisabeth Reis
Zeltingen-Rachtig


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Irreparabler Schaden

Brücke über die Mosel bei Ürzig

Die Planung für diese Monsterbrücke ist 40 Jahre alt und von Bedarf und Trassenführung her längst obsolet. Die Weinbau-Kulturlandschaft, die sie zerstört, ist 2000 Jahre alt und heute aktueller und begehrter denn je. Einzigartige, wunderschöne Landschaft ist nicht vermehrbar, sie ist das Kapital der Region für den Weinbau, den Tourismus und die Lebensqualität der Bevölkerung.
Der Nutzen des Molochs Hochmoselübergang ist fragwürdig, der Schaden irreparabel, das Geld knapp und viele andere Projekte sind sinnvoller und dringlicher. Logik: Ausstieg, es ist noch nicht zu spät!

Johannes Selbach
54492 Zeltingen-Rachtig


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Monströses Projekt

Zur Debatte um den Bau des Moselübergangs meint dieser Leser:

Erst allmählich erfährt die "Außenwelt" vom monströsen Brückenprojekt bei Ürzig, und erst jetzt wird der Aufschrei über die Region hinaus hörbar. Als einer der ersten französischen Journalisten und Deutschland-Experten, die auf die neue herausragende Qualität des deutschen Weins hinwiesen, aber auch als Liebhaber der einzigartigen Mosellandschaft kann ich mich dem Protest der Winzer nur anschließen. Denn abgesehen vom mehr denn je notwendigen Aufstand gegen die rücksichtslose Zubetonierung von Sichtachsen, die ihresgleichen suchen und für die Menschen von heute von zunehmender Bedeutung sind, machen die protestierenden Winzer eines klar: Weinqualität und Landschaft sind für den Ruf einer Weinregion immer zutiefst miteinander verbunden und voneinander abhängig. Eine zubetonierte, respektlos behandelte Landschaft kann keinen guten Wein hergeben. Die besten Weine kommen immer aus besonders liebevoll geschützten Landschaften, die auch Touristen, Kunstkenner und Naturliebhaber locken. Die Franzosen haben dafür das Wort "Terroir" geprägt, so etwas wie Gesamtkunstwerk. Ja, das Tal der Mosel zwischen Trier und Koblenz ist ein Gesamtkunstwerk aus Gottes Schöpfung und jahrhundertelanger Winzerarbeit. Geht die Landschaft verloren, versiegt bald der Strom der Besucher und Weinkäufer. Wer die Mosel liebt, muss jetzt Farbe bekennen und für einen sofortigen Baustopp kämpfen.

Thibaut de Champris
Paris/Erfurt

(Anmerkung der Redaktion: Der Autor war von 2004 bis 2008 französischer Gesandter in Thüringen) noj/jöl

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Dinosaurier-Projekt

Zur Debatte um den Hochmosel-Übergang meint diese Leserin

Die Pläne zum Bau des Hochmoselübergangs und der B 50 neu bestehen seit Jahrzehnten. Entstanden ist das Projekt in Zeiten des Kalten Krieges, Sinn war die rasche militärische Verbindung der Atlantikhäfen mit dem Rhein-Main-Gebiet und der ehemaligen DDR-Grenze bei Fulda.

Wir freuen uns über 20 Jahre Wiedervereinigung - und trotzdem halten CDU, SPD und FDP an diesem anachronistischen Projekt fest. Heute soll es zum Nutzen des defizitären Flug hafen Hahn sein, das heißt gutes Geld schlechtem Geld hinter herwerfen! Nach der erfolgreichen Klage des BUND im Jahr 2002 vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig war an der Baufront zunächst Ruhe. Das Land Rheinland-Pfalz hat jedoch die bemängelten Stellen im Planfeststellungsbeschluss "geheilt" und nunmehr besteht Baurecht.

"Warum jetzt noch Widerstand?", werde ich häufig gefragt, "ist doch eh gelaufen."

In jüngster Zeit haben namhafte Winzer nochmals ihre Stimmen in die Waagschale geworfen. Hugh Johnson, jedem Weinkenner als "Weinpapst" bekannt, hat vor Ort dazu aufgerufen, die Pläne zu begraben. Die internationale Fachpresse und auch Zeitungen wie die "Washington Post", die "Finan cial Times International", berichten über den Frevel, der unserer Landschaft angetan werden soll. Geschätzte 270 Millionen Euro für eine Verbindung zwischen Platten und Longkamp - da fragt man sich doch in den heutigen Zeiten, in denen es mannigfaltig an den nötigen Mitteln für beispielsweise Schulsanierungen und Kreisstraßenausbau fehlt: "Geht's noch?"

Der gerichtliche Weg ist ausgeschöpft, die Millionen Steuergelder für den Bau stehen offenbar zur Verfügung, was hilft noch? Öffentlichkeit und Politik! Es war und ist eine politische Entscheidung, ob das Moseltal und der Moselsporn zur Transitstrecke degradiert werden. Daher setze ich mein Vertrauen in die neu gewählte Bundesregierung, dass sie tatsächlich den Rotstift an der Stelle ansetzt, wohin er gehört: Schluss mit dem Verplempern von Millionen Euro in ein "Dinosaurierprojekt"!

Das wäre wirklich eine vertrauensbildende Maßnahme.

Jutta Blatzheim-Roegler
Bernkastel-Kues


(Anmerkung der Redaktion: Die Autorin ist für Bündnis 90/Die Grünen Mitglied des Stadtrat Bernkastel-Kues)
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Die Welt endet nicht an der nächsten Flussbiegung

Zum Kommentar "Glanz und Elend des Moselweins" (TV vom 8. Oktober)

In diesem Leitartikel ist der Schlussabsatz überaus bemerkenswert. "Die Champagner-Winzer", schreibt Winfried Simon, "haben es längst geschafft, ihr Gebiet als einzigartig zu profilieren und zu vermarkten. Wenn das der Mosel doch nur auch gelingen könnte ..."

Die Antwort auf diesen Stoßseufzer lautet, frei nach Bill Clinton: "It's the mentality, stupid!" Soll heißen: Der Moselaner ist für jede Art von Gemeinsinn und Solidarität - ganz gleich, auf welchem Gebiet - in höchstem Maße untalentiert. Der Grund ist klar: Für den Talbewohner war jahrhundertelang die Welt - seine Welt! - an der nächsten Flussbiegung zu Ende. Was dahinter kam, war - und ist heute noch - Ausland, feindliches Ausland! Dafür gibt es viele Beispiele, angefangen bei der Bockbeinigkeit etlicher Moselgemeinden, im Zuge der Kommunalreform mit Nachbarkommunen zu kooperieren, bis hin zu den Schwierigkeiten bei der Etablierung einer schlagkräftigen Dachmarke. Ein besonders markanter Beweis für diesen eklatanten Mangel an Solidarität wurde kürzlich vom Schreiber eines Leserbriefs geliefert. Da trommelte ein Kröver lautstark für den geplanten Hochmoselübergang bei Ürzig/Zeltingen, ein Bauwerk, das - beweisbar - für die Mosel ein einziges Desaster zu werden droht. Einmal unterstellt, dass der Trommler die eindringliche Warnung des Europäischen Tourismusinstituts Trier (ETI) vor schmerzlichen Einbußen im Touristiksektor - vor allem im Sichtbereich des Betonmonsters - kennt, gibt es nur eine Erklärung für dieses dezidiert unsolidarische Verhalten des Krövers: die listige "Erkenntnis" nämlich, dass dann die Touristen einfach auf Rachtig, Erden und Kinheim pfeifen und Kröv ansteuern. Und dass sie dann statt Zeltinger Himmelreich Kröver Nacktarsch kaufen! Allerdings könnte sich dieser Klein-Geist, wie etliche andere seiner Sinnesart, gewaltig in die Finger geschnitten haben. Dann nämlich, wenn die Unesco der Mosel den erstrebten Welterbe-Titel wegen genau dieser Brücke versagt. In diesem Fall träfe der exorbitante Schaden alle Bewohner und alle Gemeinden im Tal - auch und nicht zuletzt Kröv!

Helmut Körlings
Traben-Trarbach


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Die Brücke ist eine Sünde

Zum Artikel "Entweihung der Landschaft" (TV vom 12. September)

In verschiedenen Leserbriefen in der letzten Zeit wurde darüber spekuliert, warum der Widerstand in der Bevölkerung gegen das unsinnige und gigantische und zerstörerische Projekt Hochmoselübergang doch sehr verhalten scheint. Bei den Politikern liegt es im Opportunismus, sprich mangelndem Schneid. Schlimmer noch, sie versprechen sich etwas von ihrer Servilität höheren Instanzen gegenüber. Oder sie haben einen frisch geputzten Neuwagen (siehe Abwrackprämie) in der Garage, mit dem sie stolz über die Brücke fahren wollen.

Durch das Moseltal sind Wikinger, Kroaten, Spanier, Franzosen gezogen und haben Schäden angerichtet. Es liegt wohl in den Genen, alles zu erdulden. Ohne Frage ist die Brücke eine Schande für dieses Tal. Aber soll ich diese Haltung, den Kopf zwischen die Ohren zu ziehen und den lieben Gott einen guten Mann sein zu lassen bei den liebenswerten Menschen nun rügen? Um Himmels Willen! Es ist schon peinlich genug, dass Engländer kommen müssen, um sich für dieses Tal in die Bresche zu werfen. Es tut mir leid, diese Brücke ist eine unverzeihliche Sünde und ein Skandal.

Jörg Stein
Lötzbeuren


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Deutschlands dümmste Autobahn

Jüngst erschien im TV ein sehr interessanter Leserbrief von Herrn Hanrath zum Themenkreis „Moselautobahn“ B50neu, Er plädiert für eine Art Volksbefragung, um festzustellen wie die Bevölkerung zu dem Projekt B50neu steht. Das ist eine sehr gute Idee, wenn es richtig gemacht wird. Richtig heißt, dass man den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern „reinen Wein“ einschenkt, d.h, alle relevanten Daten und Fakten offen legt und die Frage vom normalen parteipolitischen Hintergrund der üblichen Wahlen loslöst. Also eine Sachfrage zur Abstimmung bringt.

Bevor von den Verantwortlichen womöglich 500 Millionen Euro für eine überflüssige Fernstraße vergeudet und eine einmalige Kultur-Landschaft zum Entsetzen der internationalen Weinwelt unrettbar verschandelt wird, sollte die ganze Sache wenigstens einmal fair, objektiv, ergebnisoffen und öffentlich, analog einer Gerichtsverhandlung, beraten werden.

Das Projekt B50neu stammt aus der Mitte des letzten Jahrhunderts und war von Anfang an umstritten. Deutschland wurde ohne Hochmoselübergang Exportweltmeister, wir haben genügend gute Straßen, es kommen reichlich Gäste ins Tal. Auch aus Belgien. Ohne Brücke!

Wir Moselaner haben nur diese eine Landschaft. Sie ist unsere Heimat und unser einziges Kapital. Schwerwiegende Eingriffe dieser Art müssen gut überlegt, nachvollziehbar begründet und absolut notwendig sein. Und genau das ist das Problem: Die Planung der B50neu überzeugt nicht, ist nicht schlüssig, nicht intelligent. Wie am Nürburgring war kein Investor aufzutreiben. Denn die können rechnen. Also zahlen wir und unsere Kinder. Ungefragt.

Weder ist ein Bedarf nachgewiesen, noch ist es die kürzeste oder günstigste Linie. Doch der Schaden wird irreparabel sein. Deshalb die Zweifel, der Protest. Der Moselsporn, eine Oase der Ruhe, viel besuchtes Wanderland zwischen Trarbach und Bernkastel, wird für immer zerstört. Wofür? Die B50neu ist ein Attentat auf die Vernunft, ein Vergehen an der Zukunft: Für nicht vorhandenen Verkehr wird mit nicht vorhandenem Geld an der dämlichsten Stelle Größenwahn in Beton zelebriert. Und das am Vorabend einer Wirtschaftskrise. Das nenne ich: Deutschlands dümmste Autobahn.

Rudolf Trossen
Kinheim


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Pompöses Denkmal

Wo wir gerade dabei sind, die Millionengräber für Steuerzahler in Rheinland-Pfalz aufzuzählen, möchte ich Herrn Ministerpräsident Beck zum Thema Hochmoselübergang zitieren: "Das wird ein Jahrhundertbauwerk für eine verbesserte Verkehrsanbindung der gesamten Region und speziell auch für den rheinland-pfälzischen Flughafen Frankfurt-Hahn." Auf gut Deutsch heißt dies, dass sich unser Landesvater mit mehreren Hundert Millionen Euro Steuergeldern ein pompöses Denkmal bauen will, damit die Subventionen für sein Langzeit-Millionengrab Frankfurt-Hahn demnächst per Autobahn angeliefert werden können.

Die Liste der Millionengräber scheint kontinuierlich zu wachsen, und damit verzögern sich automatisch die wirklich wichtigen Bauarbeiten. Es gibt nun einmal nur eine begrenzte Menge Geld für solche Ausgaben. In der Fernsehsendung "Ländersache" vom 16. Juni hat der Südwestrundfunk klar dargestellt, dass Menschen bei Verkehrsunfällen in Autobahnbaustellen sterben, weil an den Baustellen aus Geldmangel nur acht Stunden pro Tag gearbeitet wird.

Ich verstehe absolut nicht, wie sich dies mit der Nonchalance unserer Politiker verträgt, mit der sie unerwartete Neuausgaben verteidigen.

Knut Aufermann
Ürzig


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Antrag und Baustopp

Vielen Dank an TV-Redakteur Simon, dass er das Moseltal bei Ürzig in seiner unvergleichlichen, noch unversehrten Schönheit zeigt. Zusammen mit den angrenzenden Hängen und Hügeln des Moselsporns gibt es sicher nur wenige ähnlich intakte und im Zusammenhang zu sehende Landschaften, die unbedingt den Titel "Welterbe der Menschheit" verdienen würden. Dass sich jetzt auch drei Mitglieder der Weinbruderschaft Mosel-Saar-Ruwer zu diesem Thema positiv in der Öffentlichkeit geäußert haben, ist sehr zu begrüüen. Wie Weinbruder Schlagkamp schon sehr richtig sagt: "Der Hochmoselübergang ist ein internationales Verkehrsprojekt." Aber welchen Nutzen soll eine weitere Transit-Strecke für die Region haben? Soll man den Anspruch auf den Welterbe-Titel wegen einer um fünfzehn Minuten verkürzten LKW-Fahrzeit zwischen Antwerpen und Frankfurt opfern? Auch TV-Redakteur Ross ist voll zuzustimmen, wenn er meint "der Antrag müsste zumindest einmal gestellt sein". Als ersten Schritt in diese Richtung müsste das Land umgehend sämtliche Arbeiten an der B 50 neu samt Hochmoselübergang einstellen und bis zur Entscheidung über den Welterbe-Titel ruhen lassen. Denn es kann nicht sein, dass man munter drauflosbaut und dann, wenn der Antrag gestellt werden kann, erfahren muss, dass der Zug für immer abgefahren ist. Nebenbei würde der Steuerzahler durch einen Baustopp mindestens 300 Millionen Euro sparen - nach der aktuellen Schätzung der Planer, die doppelt so hoch liegt wie vor zehn Jahren.

Dr. Hans-Jürgen Belitz
Traben-Trarbach


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Mit Brücke kein Titel

Winfried Simon attackiert Stuart Pigott, immerhin einer der Welt-Weinpäpste, hart. Neben abwertenden Bemerkungen über Person und Charakter des Briten, geriert sich der Autor als furioser Verteidiger des Hochmoselübergangs. Zwar mag man es nicht goutieren, wenn Pigott - in britischer Überspitzung - dazu aufruft, Beck (symbolisch) auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen, aber sein Statement, dass "die Moselaner Schwierigkeiten damit haben, das Maul aufzumachen und offen zu sagen, dass sie die Brücke schlimm finden" enthält mehr als ein Körnchen Wahrheit! Es mag sein, dass Simon meint, die Entscheidung für den Brückenbau sei nach rechtstaatlichen Verfahren getroffen worden. Aber: Wenn er einen Beweis für eine breite Zustimmung zum Projekt darin sieht, dass kein einziges kommunales Gremium in der Region sich dem Bau widersetzt hat, dann zeugt das von einer nur geringen Kenntnis der Praxis in Gemeinderäten und Kreistagen: Ein Schweigen des Gremiums zu irgendeinem Sachthema bedeutet noch lange nicht Zustimmung! Wer sich in den letzten Jahren für das Thema interessierte, weiß, wie es gelaufen ist: In den Räten grummelte es, man fand die Brücke hässlich, aber es setzte sich die Meinung durch, dass sie wohl auch nicht schaden würde. Diese Einstellung hielt sich erstaunlich lange, obwohl bereits 2004 das Europäische Tourismusinstitut in Trier einen touristischen Rückgang im direkten Sichtbereich der Brücke von bis zu zehn Prozent prognostizierte. Aber genau diese Hoffnung - die Brücke würde wenigstens nicht schaden - wurde in den letzten Jahren zunehmend brüchig und ist nun, nach den Vorgängen in Dresden, St. Goar und St. Petersburg vollkommen obsolet! Der Antrag der Mosel auf Anerkennung des Unesco-Welterbestatus, wenn er 2012 oder 2016 gestellt würde, wird in Paris noch nicht einmal zur Prüfung angenommen, falls der Hochmoselübergang gebaut ist. Es gibt also genau zwei Möglichkeiten: Brücke ja, Titel nein - oder: Brücke nein, Titel ja! Der Wert der Auszeichnung "Welterbe" wird von Fachleuten als extrem hoch eingeschätzt. Entsprechend muss der Schaden, der durch die Nicht-Zuerkennung des Titels der Mosel auf Dauer entsteht, zu dem oben erwähnten zehnprozentigen Rückgang des Tourismus addiert werden. Herrn Simon sollte man schon zugestehen, eine Vorstellung davon zu haben, wie sich an der Mosel ein Minus von 25 oder 30 Prozent in Tourismus und Gastronomie auswirkt!

Helmut Körlings
Traben-Trarbach


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Bei Nacht und Nebel zerstört

TV vom 12.07.2009

Die Nacht- und Nebelaktion an den Graacher Schanzen zeigt deutlich, wie ernst es der Landesregierung und ihren Straßenbauern mit einer "offensiven Informationspolitik" in Sachen B 50 neu und Hochmoselübergang ist. Als "offensiv" ist nur das rücksichtslose und unsensible Vorgehen gegen Natur, Landschaft und Kulturdenkmäler erkennbar. Leider ist die Zerstörung der Graacher Schanzen und des angrenzenden Wanderwegs zwischen Trarbach und Bernkastel nur ein erster schlimmer Schritt im Zuge des Autobahnbaus. Welche "Kompensationsmaßnahmen" haben sich Landesregierung und Regionalpolitiker ausgedacht, um die Zerstörung des Moseltals und der Natur auf dem Moselsporn zwischen Zeltingen-Rachtig und Longkamp auszugleichen? Sollen später im "Weinerlebnispark" am Brückenkopf großzügig gestaltete Tafeln aufgestellt werden, die zeigen, wie es dort früher einmal aussah? Wie will man getötete Wildkatzen und andere vertriebene Wildtiere "kompensieren"? Wie sollen die mindestens sieben Jahre Bauzeit mit Straßensperrungen, Dreck und Lärm im Tourismus und in der Gastronomie ausgeglichen werden? Und wie denkt die Landesregierung darüber, dass sie durch ihre Uneinsichtigkeit und Arroganz den Titel "Welterbe der Menschheit" für das Moseltal endgültig verspielt hat? Erschütternd ist dabei, wenn man im TV auf derselben Seite liest, dass unsere frisch gewählten lokalen Volksvertreter nichts Besseres zu tun haben, als um Pöstchen in den Gemeinderäten zu schachern, statt geschlossen gegen die begonnenen Zerstörungen anzugehen!

Hans-Jürgen Belitz
Traben-Trarbach


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Weinerlebniszentrum

TV vom 29.06.2009

Dem Moselliebhaber, dem der Atem stockte beim Anblick der computer-simulierten Hochbrücke bei Ürzig, wird wenige Zeilen weiter Trost zuteil: Da offeriert nämlich ein Konsortium aus Kreisverwaltung und Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues ein "Weinerlebniszentrum" am Brückenkopf. Es soll, als Trumpf-As aus dem Ärmel gezaubert, die erwarteten Verluste im Tourismus wettmachen. Ein Wunschtraum fern jeder Realität, wie sich zeigen lässt: Das Europäische Tourismusinstitut Trier, so liest man gleich darunter, rechnet mit einem Gästerückgang im "mittleren Sichtbereich der Brücke" von 10%. Das bedeutet: Setzt man - nur als Beispiel - die Summe aller Touristen in den Orten des Sichtbereichs pro Jahr mit 100.000 an, wäre ein Verlust von 10.000 Gästen zu verkraften, wobei diese Zahl noch mit der mittleren Aufenthaltsdauer ( in Tagen) zu multiplizieren ist. Dies ergäbe - bei sehr konservativer Schätzung - mindestens 30.000 Gästetage, die kompensiert werden müssten, wobei noch nicht einmal die Überkompensation eingerechnet ist, von der die Initiatoren träumen! Spinnt man diese Beispielrechnung weiter, müssten - bei 300 Öffnungstagen im Jahr - Tag für Tag 100 Besucher das Weinerlebniszentrum "stürmen". Eine geradezu hirnrissige Annahme, weil die Brücke zum weit überwiegenden Teil Autofahrer benutzen, die in geschäftlicher Mission unterwegs sind und in weniger als einer Minute über das Tal hinwegrauschen ohne es auch nur eines Blickes zu würdigen! Diese "Weinerlebniswelt" am Brückenkopf des Monstrums ist eine unausgegorene Idee und nur zu einem Zweck erdacht: Trostpflaster für diejenigen zu sein, die in der Nähe des Bauwerks in Gastronomie und Tourismus ihr Brot verdienen müssen. Mit Karl Marx zu sprechen: Opium fürs Volk!

Helmut Körlings
Traben-Trarbach


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Stur die Augen verschließen

unveröffentlichter Leserbrief zu einem Artikel des SPIEGEL vom 20.12.2008 zur Renaissance des Riesling-Weins (»Chateau global«)

Schön, dass die Mosel so in Wert gesetzt wird. Mit Recht werden die einmalige Kulturlandschaft und ihr ebenso einzigartiger Wein weltweit geschätzt und geliebt.

Völlig unverständlich dagegen, wie wenig das bei Landes- und Bundespolitikern zählt: So ziert sich das Land Rheinland-Pfalz beharrlich, die Mittelmosel als Weltkulturerbe vorzuschlagen - trotz der intensiven Bemühungen nicht nur vieler Menschen und Organisationen vor Ort, sondern auch des berühmten Weinjournalisten Stuart Pigott. Vielleicht - weil sie mit dieser Region anderes vorhat?

Der Gedanke drängt sich geradezu auf: Denn mitten durch diese bildschöne Landschaft soll eine Fernstraße mit einem 167 m hohen »Hochmoselübergang« gebaut werden, was das Idyll zerstören, den Wert der Landschaft herabsetzen und Winzer und Touristiker in arge Bedrängnis brächte. Und warum? Um eine Fernstraßenverbindung zu konstruieren, die a) wegen vieler zweispuriger Engstellen gar keine ist, die b) nicht wirklich gebraucht wird, weil es so etwas inzwischen längst gibt - die Planung ist schließlich fast 50 Jahre al - und c) vor deren wahren Kosten - bedingt durch die überaus schwierigen geormorphologischen Besonderheiten des Moseltals - die Verkehrspolitiker stur die Augen verschließen.

Vielleicht - so kann man nur hoffen - bringt ihnen das neue Jahr Erleuchtung.


Heide Weidemann
Stellv. Landesvorsitzende Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND)
Erden
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Die Finanzierung der B50neu mit Hochmoselübergang »steht« keinesfalls.

TV vom 27.12.2008

250 Millionen Euro sollen die Verbraucher über Mehreinnahmen des Bundes bei der LKW-Maut für das Straßenprojekt berappen. Die restlichen 20 Millionen Euro zahlt der Bürger direkt über seine Steuern.

Von einem Investor ist keine Rede mehr. Das finanzielle Risiko war offensichtlich zu groß. Wahrscheinlich werden die von der Landesregierung geschätzten 270 Millionen Euro bei weitem nicht ausreichen, denn diese Schätzung ist ca. zehn Jahre alt.

Aber woher sollen in den nächsten Jahren Mehreinnahmen aus der LKW-Maut kommen?

Haben die Herren Minister noch nichts von der größten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten gehört? Die Bahn rechnet 2009 mit einem Frachtrückgang um ca. 40 Prozent, der Verkauf an Nutzfahrzeugen ging im November gegenüber dem Vorjahr um mehr als 30 Prozent zurück, der Flugplatz Hahn steht kurz vor dem Aus.

Diese Daten lassen eher einen drastischen Rückgang der Mauteinnahmen erwarten.

Die Finanzierung des Brücken- und Straßenungetüms quer über Moseltal, Eifel und Hunsrück hinweg ist also weiterhin höchst unsicher und bleibt völlig ungeklärt!

Unverständlich ist dabei, wie man nicht vorhandene Gelder schon verplanen und »ausgeben« kann.

Schon fast kriminell ist es jedoch, dass man vorab mit dem Abholzen der Wälder in einem der schönsten Teile unserer Region beginnen will.

Die von Anfang an praktizierte »Salamitaktik« mit der stückchenweisen Zerstörung der Natur soll leider skrupellos fortgesetzt werden.

Der sofortige Ausstieg aus dem Projekt B50neu aufgrund der Wirtschaftskrise wäre für die Verantwortlichen eine »elegante« Möglichkeit, nach dem Flugplatz Hahn ein weiteres Desaster für Rheinland-Pfalz zu verhindern.

Dr. Hans-Jürgen Belitz
Traben-Trarbach


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Verkehrspolitische Wahn-Projekte

Gut so, dass sich mit Michael Willkomm ein führender Unternehmer von dieser Fehlplanung distanziert. Die Sache ist im Grunde ganz einfach: Wir können uns diese Straße nicht leisten, selbst wenn es einen gewissen Bedarf dafür gäbe. Bund, Land und Kommunen sind pleite. Mit immer neuen Schulden werden die Zinsen für die alten bezahlt. Diese Finanz- und Haushaltspolitik ist unverantwortlich. „Weiter so!“ geht nicht mehr. Die nun heraufziehende Weltwirtschaftskrise wird die Situation massiv verschärfen. Wie man angesichts dieser überaus prekären, ja fast aussichtslosen Finanzsituation, in diversen Amtstuben und Abgeordnetenbüros auf die Idee kommen kann, verkehrspolitische Wahn-Projekte der 60 Jahre, wie den geplanten Hoch-Moselübergang, unbeirrt und stur durchziehen zu wollen, ist für mich nicht nachvollziehbar.

Ein hinreichender Bedarf für diese gigantische Brücke ist nicht darstellbar. Die Verkehrsströme laufen anders, wie der TV in seinem Kommentar ja auch feststellt.

Ein privater Investor soll nun her. Nachdem aber alle Mautprojekte der Bundesregierung so grandios gefloppt sind, und angesichts der aktuellen Tristesse am Geldmarkt, dürfte diese Strategie sich ebenfalls erledigt haben.

Holländische und belgische Gäste reisen gerne und viel an die Mosel, würden aber sicher bei Platten die B50neu verlassen um ins Tal zu kommen. Die Brücke bringt in diesem Sinne gar nichts für die Region, nur 8 Jahre Baustellenverkehr, Dreck und Lärm. Warum also dieses Beton- Monster in unsere herrliche Landschaft rammen und künftig touristisch stark nachgefragte Kultur- und Erholungsräume für immer zerstören? Damit ein Container 10 min schneller von Rotterdam nach Frankfurt kommt? Dass man, wie bei Wittlich, hektarweise allerbeste Ackerböden zubetoniert, wird uns dagegen in Kürze noch sehr bitter aufstoßen.

Wer nun meint, die wegbrechende Konjunktur mit Baumaßnahmen stabilisieren zu müssen, dem empfehle ich die Beherzigung folgender Zeilen aus dem aktuellen „Manager Magazin“: „Schulen und Unis zu sanieren wäre gerade jetzt eine gute Idee; Straßen nach jahrelangem Planungsaufwand in die deutsche Provinz zu bauen, in Gegenden also, die demographiebedingt ohnehin Einwohner verlieren, ist hingegen eine schlechte. Japan, das nach Jahren der Konjunkturprogramme in den 90er Jahren mit absurden Verkehrsprojekten zugebaut wurde, taugt als abschreckendes Beispiel.“ Rudolf Trossen, Kinheim

Rudolf Trossen
Kinheim


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leserbriefe.html - zuletzt geändert am 01.02.2009 - verantwortlich für den Inhalt: Georg Laska © 2009
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